Hauptstadt: Minsk
Ortszeit: Belarus befindet sich in der osteuropäischen Zeitzone: MEZ + 2 Stunden.
Fläche: 207,595 sq km
Bevölkerung: Belarusse - 77,9%; Russe - 13,2%; Pole - 4,1%; Ukrainer - 2,9%; Jude - 1,1%
Grenze: Polen im Westen, Litauen im Nordwesten, Lettland im Norden, Rußland im Nordosten und Osten, der Ukraine im Süden.
Klima: Das Klima in Belarus ist mäßig kontinental, mit mildem und feuchtem Winter, warmem Sommer und feuchtem Herbst. Die durchschnittliche Lufttemperatur im Januar beträgt von - 4º C im Südwesten bis - 8º C im Nordosten des Landes, im Juli +17º C bis +19º C.
Sprachen: Die offizielle Sprachen sind belarussisch und russisch.
Gesetzliche Feiertage:
1 Januar*-Neujahr
7 Januar*-Orthodoxes Weihnachtsfest
23. Februar - Tag der Streitkräfte der Republik Belarus
8 März* - Frauentag
15 März- Tag der Verfassung
2. April - Tag der Einigung der Völker von Belarus und Russland
Nach dem Kirchenkalender - Katholisches Osterfest
Nach dem Kirchenkalender - Orthodoxes Osterfest
Nach dem Kirchenkalender* - Orthodoxes Totenfest
1. Mai* - Tag der Arbeit
9 Mai* - Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg
10. Mai - Tag des Staatswappens und der Staatsflagge der Republik Belarus
3 Juli* - Nationalfeiertag – Tag der Unabhängigkeit der Republik Belarus
2. November - Tag des Gedenkens
7. November* - Tag der Oktoberrevolution
25 Dezember* - Katholisches Weihnachtsfest
* Arbeitsfreie Tage
| Name |
Der Name Belarus ist seit dem Mittelalter überliefert und wurde im 19. Jahrhundert allgemein üblich, ist aber mit „Weiße Rus“ ungenau übersetzt. Rus war der ostslawische Name für skandinavisch-slawische Herrschaftsgebiete wie das der Kiewer Rus, zu dem das Land von der Gründung an gehörte. Das Adjektiv „bely“ bedeutete im Mittelalter im geografischen Sinne „westlich“ und/oder „nördlich“, Belarus ist demnach mit „Westliche Rus“ zu übersetzen. Daneben gibt es in Weißrussland auch Ansichten über andere mögliche Bedeutungen (siehe die beiden englischen Artikel zu Belarus und White Russia). Die Verwendung des Wortes Belarus bietet sich also an, um Unklarheiten zu vermeiden. Jedoch ist im Deutschen die Bezeichnung Weißrussland traditionell verbreitet. Die weißrussischen offiziellen Stellen wie auch die deutsche Diplomatie verwenden in offiziellen deutschsprachigen Texten den Namen Belarus, um die Unterscheidung von Russland zu verdeutlichen. Laut Auswärtigem Amt kann auf Landkarten sowie in nicht-diplomatischen Texten weiterhin die traditionelle Bezeichnung Weißrussland verwendet werden. Es gibt auch die Variante Bielarus, die von manchen genutzt wird.
| Kultur |
Weißrussland hat ein reiches kulturelles Erbe aus der Zeit der Zugehörigkeit zur polnisch-litauischen Adelsrepublik zu bieten. Hierzu zählen bedeutende Schlösser im Westen des Landes wie das Schloss Mir und barocke Kirchengebäude. Als UNESCO-Weltkulturerbe zählen neben dem Schloss Mir der Struve-Bogen und die Residenz der Familie Radziwiłł in Njaswisch. Hinzu kommt eine reiche Volkskultur.
Ein weiterer kulturell prägender Faktor war die jahrhundertelang bestehende große jüdische Bevölkerungsgruppe. Wahrscheinlich einer der bekanntesten Kulturschaffenden aus Weißrussland ist der Maler Marc Chagall, der in Wizebsk geboren wurde und später lange Zeit in Frankreich lebte. Bekannt wurde ferner die Schutzheilige Weißrusslands, Euphrosyne von Polazk.
Bedeutende Schriftsteller sind bzw. waren Jakub Kolas, Janka Kupala, Maksim Bahdanowitsch, Wassil Bykau, Ales Adamowitsch und Swjatlana Aleksijewitsch.
| Infrastruktur |
Pipelines
Weißrussland ist zwar aufgrund seiner Lage ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und Russland. 50 % des russischen Erdöls fließen durch die Druschba-Pipeline, die auf weißrussischem Gebiet durch das Unternehmen Gomel Transneft betreut wird, und 25 % des Erdgases fließen über Pipelines des staatlichen Beltransgas-Verteilsystems. Wegen der politischen Verhältnisse weicht man jedoch zunehmend auf Nordeuropa oder die Ukraine aus. 2005 wurde der Bau einer Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland beschlossen. Dies wird auch Auswirkungen auf den Gastransit durch Weißrussland haben.
Anfang 2007 forderte die weißrussische Regierung von Russland Transitgebühren für die Benutzung der Ölpipelines nach Westeuropa. Mit dem Geld sollten die Verluste kompensiert werden, die durch die Erhöhung der Gaspreise durch den russischen Gazprom-Konzern entstanden waren. Dieser Konflikt hatte einerseits ein Aussetzen der russisch-weißrussischen Integrationspläne zur Folge, andererseits wurde von mehreren Politikern in der EU die Abhängigkeit von russischer Energie beklagt und eine Umorientierung gefordert.
Eisenbahn
Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja Tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie. Die Eisenbahnstrecke erreicht aus Polen kommend die weißrussische Grenze bei Brest in Normalspur (1435 mm Spurweite) und führt von dort in russischer Breitspur (1520 mm) weiter. Auch die Kupplungssysteme der Bahnen des westlichen Europa (Schraubenkupplung) und der Bahnen in Nachfolge der sowjetischen Staatsbahn (Mittelpuffer-Klauenkupplung) sind unterschiedlich, was im Bahnhof Brest einen Aufenthalt zum Auswechseln der Drehgestelle und Kupplungen erforderlich macht. Der Aufenthalt beläuft sich zwar oft auf einige Stunden, die eigentliche Tauschprozedur dauert aber nur ca. 20 Minuten.
Straße
Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer parallel zur Eisenbahnmagistrale verlaufenden autobahnartig ausgebauten Fernstraße. Rund um Minsk besteht ein Schnellstraßenring mit Ausläufern nach Litauen/Hrodna und nach Babrujsk/Homel im Südosten des Landes. Außerdem sind noch Polazk über Wizebsk und Orscha sowie Mahiljou über Babrujsk an Minsk angeschlossen.
Schifffahrt
Im Osten des Landes durchquert in Nord-Süd-Richtung der Dnepr Belarus. In Ost-West-Richtung wird das Land im Süden vom Prypjat durchquert. Weißrussland besitzt eine Handelsflotte, die in lettischen Ostseehäfen stationiert ist.
Flugverkehr
Bei Minsk befinden sich ein internationaler und ein nationaler Flughafen, daneben bestehen verschiedene Regionalflughäfen. Nationale Fluggesellschaft ist die Belavia. Der internationale Flughafen Minsk (Minsk-2, IATA Code: MSQ) transportiert jährlich 401.239 Passagiere. Täglich zwischen 7:10 und 22:35 Uhr verbindet ein Pendelbus den internationalen Flughafen und die Hauptstadt mit stündlichen Abfahrten. Visahinweis: Aus Russland kommende Flugreisende aller Nationalitäten mit Zwischenstopp in Minsk benötigen ein Transitvisum (40 Euro und ca. 30 min Zeitaufwand), obwohl sie den Flughafen nicht verlassen. Dies entspricht weder der üblichen internationalen Praxis noch den Bestimmungen welche für Weißrussen in der EU gelten. Entsprechend sollte dies bei scheinbar günstigen Flügen mit Belavia berücksichtigt werden.
| Sport |
Beliebteste Sportart der Weißrussen ist Eishockey. Die weißrussische Eishockeynationalmannschaft steht nach der Weltmeisterschaft 2008 auf Platz 9 der IIHF-Weltrangliste. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in den USA erreichten die Weißrussen sogar Platz 4. Ab 2008 spielt der HK Dinamo Minsk in der Nachfolgeliga der russischen Superliga, der KHL.
Der weißrussische Fußball durchlebt momentan einen leichten Aufschwung. Doch es mangelt dem osteuropäischen Land an genügend Spielern von Format um konstante Leistungen zu bringen. Bekannte Spieler sind u.a. Aliaksandr Hleb, Anton Puzila oder Wassili Chomutowski. Die Nationalmannschaft belegt Rang 61 der FIFA-Weltrangliste und erreichte bei der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 einen guten 4. Platz. Bekanntester Verein des Landes ist der sowjetische Meister von 1982, der FK Dinamo Minsk.
Ähnlich sieht es im Handball aus. Die weißrussische Nationalmannschaft nahm bisher einmal an einer Welt- und zweimal an einer Europameisterschaft teil (WM 1995, EM 1994 und 2008). In der Vergangenheit bescherte der Hauptstadtclub SKA Minsk dem weißrussischen Handballsport zumindest auf internationaler Vereinsebene große Erfolge. Bekannteste Handballer des Landes sind Sjarhej Harbok und - der seit 2005 für Deutschland spielende - Andrej Klimovets, die beide ihr Geld in der deutschen Handball-Bundesliga verdienen.
Bei den Olympischen Spielen konnten insgesamt 80 Sportler aus Weißrussland 72 olympische Medaille erringen (10 Gold, 20 Silber, 39 Bronze). Im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele belegt Weißrussland den 40. Rang und bei den Olympischen Winterspielen Rang 29. Bekannte Medaillengewinner sind der Weltmeister im Hammerwerfen Iwan Zichan, die zur Weltspitze zählende Diskuswerferin Iryna Jatschanka, die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Rudern Ekaterina Karsten und die Leichtathletin Julija Neszjarenka.
Erfolgreichster Tischtennisspieler ist Wladimir Samsonow. Er wurde 1995 Vizeweltmeister im Doppel und 1997 Vizeweltmeister im Einzel. Neben vielen weiteren Erfolgen wurde er dreimal Europameister im Einzel und gewann viermal das europäische Ranglistenturnier TOP-12.
| Die Nationalwährung |
Die Nationalwährung - der Weißrussische Rubel. Der Wechselkurs: 2 791 BYR/1USD (15.09.2009). Geldumtauschstellen gibt es in allen Bankfilialen und großen Geschäfte. Es besteht die Möglichkeit in größeren Restaurants und Geschäften mit VISA, MasterCard oder American Express zu zahlen. Barzahlung ist nur in der Nationalwährung möglich.
| Wichtige Telefonnummer |
Brandschutzdienst - 101
Polizei – 102
Ambulanzdienst - 103
Bahnhofauskunft - 105
Flughafenauskunft - 106
| Minsk- die Hauptstadt von Belarus |
Minsk ist die Hauptstadt der Republik Weißrussland (Belarus) und mit 1,83 Millionen Einwohnern die größte Stadt dieses Landes. Sie liegt an der Swislatsch, einem Nebenfluss der Bjaresina.
Sie ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes mit Hochschulen und Fachschulen sowie zahlreichen Kirchen, Theatern und Museen.
Minsk ist Hauptstadt und gleichzeitig Gebiets- und Kreisstadt, in der 1.729.000 Einwohner leben. Die Fläche der Stadt beträgt 255,8 km² und gliedert sich in neun Stadtbezirke. Dem Stadtrat sind die Dorfsiedlungen und eine städtische Siedlung untergeordnet.
Anfang des Jahres 1067 wurde Minsk erstmals als Menesk bzw. Mensk erwähnt.
Sehenswert in Minsk sind vor allem die Altstadt, die früher so genannte „Oberstadt“ (russ: Верхний горoд) um die orthodoxe Heiliggeist-Kathedrale, das alte Bernardinerinnenkloster aus dem Jahre 1628 und das nach historischen Plänen wiederaufgebaute Rathaus. Schräg gegenüber dem Altstädter Rathaus von Minsk, an der Leninstraße, befindet sich die katholische Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria in Minsk, die zu dem ehemaligen Komplex des früheren Jesuiten-Klosters gehört. Unterhalb der Altstadt, direkt am Ufer der Swislatsch, befindet sich die Traezkae-Vorstadt (dt: Dreifaltigkeits-Vorstadt, ein rekonstruiertes altstädtisches Viertel aus dem 19. Jahrhundert). Diesem Viertel vorgelagert, wurde auf einer künstlichen Insel in der Swislatsch ein Denkmal in Form einer kleinen Kapelle errichtet, das den Opfern des Afghanistan-Kriegs gewidmet ist.
Ebenfalls unterhalb der Altstadt, an der Nemiga-Straße, steht die kleine Kirche der Heiligen Peter und Paul aus dem Jahre 1613, die sich allerdings vor dem Hintergrund gewaltiger Neubauten eher winzig ausnimmt.
Zu den wichtigsten innerstädtischen Verkehrsadern zählt zweifelsohne der vormalige Skaryna-Boulevard (s. Francysk Skaryna), ein innerstädtischer Prachtboulevard, der nun „Unabhängigkeits-Boulevard“ heißt und eindrucksvolle Beispiele der sowjetischen Architektur liefert.
Eine Flusspromenade entlang der Swislatsch führt durch mehrere innerstädtische Parkanlagen (z.B. den Janka-Kupala-Park und den nach Maxim Gorki benannten Kinder-Park).
Zentrale Plätze sind der Lenin-Platz (der ehemalige Unabhängigkeitsplatz) und der Siegesplatz (weißruss.: Плошча Перамогі, russ.: Площадь Победы), dessen Erscheinung vor allem durch einen weithin sichtbaren Obelisken und die an seiner Nordostseite gelegenen ovalen Gebäudekomplexe im sowjetischen Empire-Stil geprägt ist. Nicht zuletzt durch die Ereignisse nach den Präsidentschaftswahlen im März 2006 ist auch der Oktoberplatz (weißruss.: Кастрычніцкая плошча, russ.: Октябрская площадь ) mittlerweile gut bekannt, der als zentraler Platz für Kundgebungen dient und dessen prägendes architektonisches Element der in den 1980er-Jahren erbaute Palast der Republik (weißruss.:Палац Рэспублікі, russ.: Дворец Республики) ist.
Ein weiteres wichtiges archtektonisches Denkmal ist die am Unabhängigkeitsplatz (bzw. Leninplatz) gelegene katholische Backsteinkirche des Hl. Simon und der Hl. Helena, die allgemein unter dem Namen „rote Kirche“ (russ: Красный костёл) bekannt ist.
Auch das Opernhaus gehört wegen seiner Gestaltung zu den wichtigen Architekturdenkmälern der frühen Sowjetperiode. Vor dem Opernhaus steht ein Denkmal für den weißrussischen Nationaldichter Maxim Bahdanowitsch (weißruss.: Максім Багдановіч).
Rund 5 Kilometer nordwestlich der Stadtgrenze befindet sich der 1956 angelegte Saslaujer Stausee, welcher vor allem als "Minsker Meer" bekannt ist und über insgesamt rund 10 Kilometer Strandufer verfügt. Er ist vor allem unter Einheimischen ein beliebtes Freizeits- und Urlaubsziel und wird auch für Wassersportaktivitäten rege genutzt.

